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Ein trojanisches Pferd gegen Krebs

Bei sehr vielen an Krebs erkrankten Menschen ist die Leber durch die Krankheit betroffen - sei es, dass der Krebs hier seinen Ursprung hat oder dass es zu Absiedelungen von Tochtergeschwülsten (Metastasen) anderer befallener Organe kommt.

Oftmals kommt die Diagnose zu einem sehr späten Zeitpunkt, sodass es selbst in spezialisierten Zentren mit einer großen Erfahrung in der Durchführung von Operationen und Chemotherapien zu schlechten Prognosen kommt. Daher ist die Verbesserung der Therapie-Optionen ein wesentliches Anliegen mehrerer
Forschungsgruppen.
Auch der Heidelberger Forscher Prof. Dr. Eduard Ryschich hat sich diesem Thema verschrieben.
Er widmet sich unter anderemeinem klassischen Dilemma in der Chemotherapie.
Die Dosierung der hochwirksamen Medikamente muss einerseits hoch genug sein, um auch bei fortgeschrittenen Krebserkrankungen zu wirken. Andererseits limitieren oft die zum Teil schweren Nebenwirkungen die Gabe solch starker Mittel.

Wirksamer und gleichzeitig schonender


Professor Ryschich möchte nun einen neuen Weg gehen, Wirkstoffe gleichzeitig in hoher Dosierung bei möglichst geringen Nebenwirkungen zu verabreichen. Bereits im Vorfeld konnte erforscht werden, dass man bestimmte Zellen mit Substanzen ‚beladen‘ kann, diese dann in den kleinen Tumorgefäßen steckenbleiben
und den Wirkstoff hier freigeben.
Trotz dieser sehr erfreulichen Entdeckung bleibt noch ein Problem: Diese wie trojanische Pferde fungierenden Zellen dürfen nicht in anderen feinen Blutgefäßen stecken bleiben.
Eine Gabe wie bei ‚normalen‘ Infusionen scheidet also aus.

Es gibt für andere Anwendungen schon eine Technik, Substanzen über einen kleinen Katheter direkt in ein Blutgefäß, das den Tumor versorgt, zu geben. Dieses auch TACE-Technik genannte Verfahren will Prof. Ryschich nun zunächst im Experiment für Lebertumore testen.
Sollte er hiermit Erfolg haben, so wäre es ein Weg, Chemotherapien zugleich effektiver und schonender zu machen. Zwei gewichtige Gründe für die Heidelberger Stiftung Chirurgie, dieses Vorhaben zu ermöglichen.

Die Gelder hierzu erreichten uns auch durch einen besonders anrührenden Spendenaufruf.
Die Ehefrau eines an einer Krebserkrankung verstorbenen Mannes rief im Rahmen der Beisetzung
dazu auf, für dieses wichtige Projekt zu spenden. Auch wenn es ihrem Mann nicht mehr helfen würde, so wollte sie auf diesem Wege dazu beitragen, dass das Schicksal zukünftig anderen Menschen vielleicht erspart bleibt.